RAPTILE
UNDERGROUND HIP HOP

Wer hat denn eigentlich behauptet, dass es von großem Nachteil sei, als deutscher Rapper englisch zu rappen?
Wahrscheinlich irgendwelche Scheuklappenträger die Hip Hop immer noch nicht als globale Konstante mit Massappeal erkannt haben.Das es nämlich auch von großem Vorteil sein kann, nicht in seiner Muttersprache zu rappen, davon kann der aus München stammende MC RAPTILE inzwischen ein doch recht beeindruckendes Lied singen.
Doch von Anfang an. Es muß so Mitte der ‘90er Jahre gewesen sein, als RAPTILE, der im richtigen Leben Addis Mussa heißt, das erste Mal mit der Hip Hop Kultur in Berührung kam. Damals, als der große Majorboom noch bevorstand und man sich erst auf kleinen Undergroundjams einen Namen machen mußte, bevor man irgendwann einmal das große Rampenlicht genießen durfte. Etwas was natürlich auch RAPTILE tat. So rockte er zum Beispiel, zusammen mit seinem Live DJ ROGER RECKLESS, immer wieder München und seine Umgebung, u.a. als Local Support von PHARCIDE und den ABSOLUTEN BEGINNERN, war im Jahr 2000 zusammen mit SAMY DELUXE und DAVID PE auf deutschlandweiter „Future Freestyle Tour“ und glänzte so ganz nebenbei auf einigen Platten-Veröffentlichungen auch noch als exzellenter Gastrapper. Wobei man fairerweise seine Fähigkeiten als Produzent und Remixkünstler, u.a. OUTKAST und ANGIE STONE, an dieser Stelle ebenfalls nicht unerwähnt lassen sollte.
Alles Dinge, die im Laufe der Zeit, bei einer Menge Leuten doch ein reges Interesse am smarten Münchner erzeugten. So unter anderem auch bei der BMG, die RAPTILE im Jahre 2000, auf ihrem Hip Hop Label Subword, unter Vertrag nahm. Wobei die Ergebnisse der bisherigen, gemeinsamen Arbeit sich dann auch durchaus sehen lassen können. So veröffentlichte man neben diversen Maxis, vor knapp einem Jahr, auch seinen, von ihm selbst sowie Produzentenlegende Glammerlicious (Main Concept) produzierten, Longplayer „Da Basilisk’s Eye“.
Ein Album übrigens, das sich hinter keiner der momentanen US- Produktionen verstecken braucht, was unter anderem die Reaktionen auf dessen Veröffentlichung in Nordamerika, sprich Kanada, eindrucksvoll bestätigten.
Dort wollte nämlich am Anfang niemand so recht glauben das RAPTILE nicht aus Amiland, sondern aus Deutschland kommt. Dennoch oder aber gerade deshalb avancierte das Album, oberhalb des Eriesees zu einem echten underground Hit, wasüberraschender Weise, neben ordentlichen Absatzzahlen, auch noch den einen oder anderen Bühnenauftritt, im Schlepptau kanadischer Rap Größen, mit sich brachte. Und zwar das immer wieder lautstark geforderte „Rest ya head on my chest“, eine Art persönlicher Liebeserklärung RAPTILEs an die Hip Hop Kultur, dem Publikum wirklich angetan zu haben. Ein Umstand, der sein Label nach einigen kurzen Überlegungen schließlich dazu brachte, eben genau diesen Titel noch mal als Single zu veröffentlichen. Wobei die B-Seite selbiger, nicht minder spektakulär, einen exklusiven Cryptotech All Star Track, feat. BLUMENTOPF, MAIN CONCEPT und E-LA, und somit quasi Münchens Best, beinhaltet.
Doch das ist noch lange nicht alles. Denn zusätzlich wurde, um auch dem Auge etwas bieten zu können, die freie Zeit in Kanada, wo sich RAPTILE anläßlich einiger Aufnahmen für sein kommendes Album aufhielt, genutzt, um ein durchaus eindrucksvolles Video zu drehen.
Womit wieder einmal eindrucksvoll bewiesen wurde, das es sich durchaus lohnen kann, einfach ein bißchen international zu sein.
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